Ratgeber Mentale Gesundheit

Wissenschaftlich fundierte Methoden und psychologische Werkzeuge für deinen Alltag verständlich erklärt.

Dein innerer Kritiker und seine liebsten Ausreden

Unser Verstand ist kreativ, wenn es darum geht, Veränderungen zu vermeiden. Auf dieser Seite findest du die häufigsten Ausreden, die uns daran hindern, unsere Ziele zu verfolgen. Lerne, diese Gedanken zu erkennen und ihnen mit den hier vorgeschlagenen, hilfreichen Reaktionen kraftvoll und sanft zu antworten.

« Ich bin heute zu müde, ich hatte einen anstrengenden Tag. »

« Ja, das stimmt, und genau deshalb verdiene ich jetzt zwei Minuten nur für mich. Ich muss nicht die Welt verändern. Ich beantworte nur eine einzige Frage oder schreibe nur ein Wort auf, das meinen Tag beschreibt. »

« Ich mache es morgen, dann habe ich mehr Ruhe dafür. »

« Morgen ist eine gute Absicht, aber die kleinste Handlung heute ist mehr wert als die grösste Absicht für morgen. Ich investiere jetzt 30 Sekunden, um den Anfang zu machen. Mein Zukunfts-Ich wird es mir danken. »

« Ich habe gerade keine 5 Minuten für eine Atemübung / PMR. »

« Okay, keine 5 Minuten. Aber ich habe 1 minute. Ich mache eine 60-Sekunden-Atemübung. Eine Minute ist unendlich viel mehr als null Minuten. »

« Ich muss erst noch [andere, unwichtigere Aufgabe] erledigen. »

« Das ist eine klassische Vermeidungsstrategie. Diese Aufgabe hier ist ein Termin mit mir selbst. Die Wäsche oder die E-Mails können drei Minuten warten. Ich bin jetzt dran. »

« Ich weiss nicht, was ich 'richtig' schreiben soll. »

« Gut, dann schreibe ich genau das: 'Ich weiss nicht, was ich schreiben soll.' Es gibt hier kein 'richtig' oder 'falsch'. Es geht um ehrliche Reflexion, nicht um eine Prüfung. »

« Meine Gedanken sind gerade nicht tiefgründig genug für diese Frage. »

« Es geht nicht darum, einen Philosophie-Preis zu gewinnen. 'Mein Gedanke des Tages ist, dass der Kaffee gut war' ist eine absolut gültige und wichtige Beobachtung. »

« Ich kann das nicht so schön formulieren. »

« Das hier ist kein Roman, es ist eine Notiz für mich. Stichworte, unvollständige Sätze oder sogar nur ein einzelnes Wort sind völlig in Ordnung. Es liest niemand ausser mir. »

« Was ist, wenn ich eine Übung 'falsch' mache? »

« Diese Übungen sind ein Angebot, kein Test. Das Einzige, was man 'falsch' machen kann, ist, es gar nicht zu versuchen. Jeder Versuch ist ein Erfolg. »

« Ich habe gestern schon ausgesetzt, jetzt ist der Rhythmus eh gebrochen. »

« Eine Kette ist nicht kaputt, nur weil ein Glied fehlt. Heute ist ein neuer Tag und die perfekte Gelegenheit, die Kette wieder aufzunehmen. Es geht um Beständigkeit, nicht um eine fehlerfreie Serie. »

« Ich kann mich gerade nicht konzentrieren, das wird also sowieso nichts. »

« Okay, mein Kopf ist unruhig. Dann mache ich eine Übung, die keine Konzentration erfordert. Ich mache eine Minute PMR und konzentriere mich nur auf meinen Arm. Oder ich schreibe einfach drei Worte auf, die mir in den Sinn kommen, ohne Zusammenhang. »

« Ich will mich jetzt nicht mit diesen schweren Themen beschäftigen. »

« Das ist absolut in Ordnung und mein gutes Recht. Ich schütze mich. Ich wähle heute bewusst eine leichte, neutrale Frage aus, z.B. 'Worüber habe ich heute gelacht?' oder 'Was ist gut gelaufen?' »

« Mir geht es heute ausnahmsweise gut, ich will die Stimmung nicht ruinieren. »

« Vielleicht ruiniert es die Stimmung gar nicht, sondern verankert sie. Wenn ich aufschreibe, warum es mir gut geht, gebe ich dem positiven Gefühl mehr Gewicht und kann mich später besser daran erinnern. »

« Ich fühle gerade gar nichts, was soll ich da eintragen? »

« Diese Leere oder Neutralität ist auch ein Gefühl. Es ist eine wichtige Information. 'Heute habe ich eine gewisse Leere gespürt' ist eine wertvolle und ehrliche Notiz. »

« Über Dankbarkeit nachzudenken, fühlt sich heuchlerisch an, wenn alles schlecht ist. »

« Es geht nicht darum, grosse Probleme zu ignorieren. Es geht darum, das Gehirn darauf zu trainieren, die winzigste Kleinigkeit zu finden, die nicht furchtbar ist. Die warme Decke. Der erste Schluck Kaffee. Dass die Heizung funktioniert. Es ist ein Training, kein Bekenntnis. »

« Was soll dieses bisschen Schreiben oder Atmen schon bringen? »

« Ein einzelner Schritt bringt mich nicht auf den Berggipfel. Aber er ist der einzige Weg, um dorthin zu gelangen. Dies hier ist heute mein kleiner Schritt. Ich vertraue auf die Wirkung der vielen kleinen Schritte. »

« Das habe ich doch alles schon mal gehört, hat nie funktioniert. »

« Vielleicht hat es bisher nicht funktioniert, weil die Umstände andere waren. Heute ist ein neuer Tag und ein neuer Versuch. Ich mache es heute nur für heute, ohne die Last der Vergangenheit. »

« Das ist doch nur positives Denken, meine Probleme sind aber real. »

« Das stimmt, meine Probleme sind real. Diese Übung soll sie nicht wegzaubern. Sie soll mir die Kraft geben, besser mit ihnen umzugehen. Ich erkenne meine Probleme an und nehme mir trotzdem 5 Minuten für meine Stabilität. »

« Andere Leute brauchen so etwas nicht, die kommen einfach so klar. »

« Der Vergleich mit anderen ist eine Falle. Ich weiss nicht, was andere wirklich durchmachen oder welche Werkzeuge sie nutzen. Dies hier ist mein Werkzeug für meinen Weg. Ich konzentriere mich auf mich. »

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